In schöner Regelmäßigkeit werden von der Bundesregierung neue „Sanktionspakete“ gegen Russland geschnürt und veröffentlicht. Und bei jeder neuen Veröffentlichung wird deutlich, warum Russland trotz aberwitziger Kosten für den Ukraine-Krieg immer noch nicht pleite ist. Finden sich doch in den Sanktionspaketen stets Produkte, bei denen man sich wundert, dass diese nicht längst mit einem Ein- oder Ausfuhrverbot belegt worden sind. Selbst russisches Öl wird nach wie vor über Drittländer bezogen, der Handel mit Diamanten und Düngemitteln läuft fast unbeschränkt weiter. Ganz offensichtlich ist es das Ziel, dass die deutsche Wirtschaft durch die Sanktionen möglichst wenig belastet wird.
Für großes Aufsehen in den Medien sorgt jetzt allerdings ein überraschendes Produkt: Alaska-Seelachs, der überwiegend zu Fischstäbchen verarbeitet wird. Man habe eine Knappheit und Verteuerung bei Fischstäbchen befürchtet, heißt es aus der Europäischen Union, wenn man den Import von russischem Seelachs einschränke.
Die deutsche Regierung stand in den letzten Monaten offensichtlich vor einem gravierenden Problem: Unverdrossen erklärte sie den Deutschen, dass diese jetzt so schnell wie möglich „kriegstüchtig“ werden müssten. Die Verteuerung oder gar der Verzicht auf Fischstäbchen erschien ihr dagegen unzumutbar.